Wenn der Buchweizen blüht…

Buchweizen-Gründüngungsgemenge unterhalb vom Hotel Keltentor

Eigentlich heißt das Goethe-Zitat ja „wenn der Weizen blüht“ und steht für Reichtum. Buchweizen war dagegen früher den armen Moor-Gegenden und ihren Menschen vorbehalten.
Aber in Fellingshausen blüht derzeit auf vielen Feldern der Buchweizen, und zwar reichlich. Soll der Samen geerntet werden, oder ist es Gründüngung? Danach fragte ich Sebastian March vom Bauernhof March.
„Nein, hier geht es um Gründüngung. Wenn man sich das Feld genau anguckt, erkennt man auch Sonnenblumen, Erbsen, Kleearten, verschiedene Gräser. Manche Pflanzen frieren bei den ersten Frösten ab, andere überleben den Winter und werden im März/April untergepflügt. Sie bilden eine gute Basis für den Körnermais, der anschließend auf diese Fläche gesät werden soll“. „Mais? Führt der nicht zu Bodenerosion?“ „Das kommt auf die Art des Anbaus an. Inwischen weiß man, dass Maispflanzen in der Lage sind, besonders viel CO² zu binden.“
„Haben Sie schon mal daran gedacht, beim Buchweizen auch die Körner zu ernten?“ „Gedacht schon, aber so einfach macht es einem diese Pflanze nicht. Sie braucht eine Frostphase, erst dann hört sie mit der Blütenbildung auf. Und deswegen hätte man beim Dreschen viele unreife Pflanzenanteile dabei. Das ist bei Weizen, Roggen und anderen Getreiden anders. Die reifen alle gleichzeitig. Aber Buchweizen ist ja auch kein Getreide (also eine Grasart), sondern eine Pflanze, die zu den Knöterichgewächsen zählt. Buch, weil ihre Früchte/Samen denen der Bucheckern ähneln und weizen, weil man Mehl daraus machen kann.“

Der Buchweizen blüht weiß. Aber wenn er Körner ansetzt und es zugleich kalte Nächte gibt, kann er auch sehr schöne Farben annehmen.

Aber bei einem anderen Erzeugnis, nämlich dem Hafer, sind wir schon mal auf Suche gegangen. Wir bewirtschaften 190ha, davon 30 ha Haferanbau. Maximal 7%, meistens 2% davon werden an die Hühner verfüttert. Der Rest liegt derzeit auf Halde. Es gibt noch Überschüsse von 2025. Da ist es naheliegend zu überlegen, ob wir selber Mehl oder Flocken herstellen können. Die üblichen Hafermühlen sind zu groß für die bei uns erzeugten kleinen Mengen. Und dann gibt es noch weitere Probleme. Im ökologischen Landbau sind gewisse Mengen an Beikäutern zugelassen, die nach der Ernte entfernt werden müssen. Konventionelle Mühlen behandelen die Flocken mit Dampf, was ihnen ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) von 2 Jahren gibt. Wir wollen unser Produkt möglichst wenig verändern. Ohne Dampfbehandlung sinkt das MHD auf 6 Monate. Außerdem bleiben die Bitterstoffe drin. Der Fernsehkoch Steffen Hensler plädiert dafür, mehr Lebensmittel mit natürlichen Bitterstoffen zu nutzen. Da wir mittlerweile mindestens in dritter Generation immer weniger Bitterstoffe , dafür mehr Zucker in den Lebensmitteln haben wollen, sind dem Absatz von Haferflocken mit Bitterstoffen Grenzen gesetzt.

Ein Haferfeld, foto wikipedia

Zum Schluss stellte ich noch die Frage, was mit dem Pappelholz auf dem großen Hühner-Grundstück nach dem Einschlag geschieht. „Wir haben eine Pappel-Hackschnitzelheizung. Aber es bleibt noch genug übrig. Das verwenden wir in einer bis zu 30cm dicken Auflage im Stall und etliche Meter davor jedesmal, wenn ein neuer Satz Küken kommt. Es ist eine sehr gute Methode, Krankheitserreger zu unterdrücken. Wir haben den Ansatz, alles was bei uns anfällt, weiter zu verwerten!“

Fotos Senger/Renell

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