Die Gemeinde Biebertal bedankt sich für ehrenamtliches Engagement

Bürgermeisterin Patricia Ortmann bei der Begrüßungsrede.

Am Morgen des 25.1.26 begrüßte die Bürgermeisterin im Bürgerhaus Rodheim vor bereits karnevalistischer Kulisse die zahlreichen, sich ehrenamtlich auf vielfältigste Weise in unserer Gemeinde engagierenden Menschen. Seit längerem hatten sich politische Gremien mit diesem Thema befasst und nun in einer kleinen Kommission die von Bürgern eingereichten Vorschläge für zu ehrende Bürger am 15.1.26 gesichtet und 12 Kandidat/innen für dieses Jahr ausgesucht. Frau Riedl aus der Gemeindeverwaltung hatte, trotz der Kürze der Zeit, alle Vorbereitungen zum Termin geschafft.

Mit Oswald Lepper begann der Reigen der zu Ehrenden.
Zu Beginn fragt ihn die Bürgermeisterin, weshalb er sich engagiere?. Seine Antwort: „um andere zu animieren, mitzumachen.“
Dann hielt Inge Mohr die Laudatio, wobei längst nicht alle Positionen des vielfältigen Engagements der letzten z.B. 66 Jahre im Königsberger Chor, in politischen Gremien und und aufzuzählen sind.

Ähnlich wie bei vielen anderen sind die geehrten Kümmerer meist in vielerlei Aktivitäten und Vereinen aktiv.

Im Vorfeld hatte Frau Ortmann davon berichtet, dass in einer großen Studie um das Jahr 2000 eine Änderung der Haltung im Ehrenamt zu verzeichnen war: Waren früher Nachbarschaftshilfe und Vereinszugehörigkeiten fast selbstverständlich, änderte sich die Haltung um die Jahrtausend-wende hin zu der Frage: „Was habe ich denn davon.“

Darauf lässt sich eigentlich nur mit den Worten von J.F. Kennedy antworten: „Frage nicht was das Land für Dich tut, frage lieber, was Du für Dein Land (Deine Gemeinde, Deine Mitmenschen) tun kannst.“ Offizielle wirkt man dann als Ermöglicher.

Jede/r der Geehrten bekam eine Dankesurkunde, 200 Biebertaler und eine Anstecknadel der Gemeinde Biebertal überreicht.

Im Reigen folgt Helmut Mattig (Bild li.), der so manches Brot im Backhaus aus dem Ofen holte, der mit seiner, im Hintergrund mitarbeitenden Crew von ca. 50 Personen, den Wochenmarkt in Fellingshausen am Laufen hält, sowie in vielfältigen Funktionen sowohl politisch als auch anderweitig als Organisator und Macher aktiv ist.

Steffen Balser sprach von Katha Muhly (Bild re.) als Alltagsheldin. Kaum nach Biebertal gezogen fragte sie, wie sich sich engagieren könnten. Und bald schon war sie in verschiedenen Funktionen immer zur Stelle, wo sie gebraucht wurde.
Selbst berichtete sie, wie in ihrer Jugend in den Vereinen meist der Vorsitzende ansagte, wie die Dinge zu laufen haben. Damals hatte sie sich vorgenommen, falls es dazu kommt, dass sie selbst einmal in solch einer Funktion komme, dass ihr dann ein kollegiales Miteinander wichtig wäre, damit sich alle mit ihren Ideen einbringen können.

Katha, die eigentlich Katharina heißt, betonte, dass sie in ihrem ehrenamtlichen Engagement Freunde gefunden habe und es ihr viel Freude breite, Dinge gemeinsam in die Tat umzusetzen, gemeinsame Interessen zu verfolgen.
Mir scheinen solche Sätze symptomatisch für das, was man beim ehrenamtlichen Engagement zurückbekommt.

Suse Weber hatte ihren Mann Thomas Prochaska für eine Ehrung vorgeschlagen. Sie sagte, das sei zwar ungewöhnlich, doch sei sie sehr stolz auf ihren Mann, der sich so für die Gemeinschaft einsetze, dass sie – zwar ungern – aber einvernehmlich dafür auf gemeinsame Zeit mit ihm verzichte. Heimat- und Geschichtsverein, Freundeskreis Gail´scher Park, politische Ämter und Mitinitiator des Bündnis für Vielfalt und Demokratie.

Thomas konnte dann gleich auf der Podium bleiben, denn er hatte Arthur Ruppert (Bild li.) vorgeschlagen, der seit 1970 Biebertaler Leben und seine Umgebung (die auch schon mal in Tirol stattfinden kann) fotographisch und im Film festgehalten hat. Seit einigen Jahren zeigt er seine Aufnahmen beim Frankenbacher Liederkaffee, und auch das Erzählkaffee geht auf seine Initiative zurück. Bei einem derartigen Macher sind es fast selbstverständlich weitere Aufgaben, für die ihm Dank ausgesprochen wurde.
Erwähnenswert, dass Herr Ruppert auch ein Geschenk dabei hatte: nämlich eine Aufnahme von der Bürgermeister-Amtsübergabe von Thomas Bender an Patricia Ortmann – offiziell zum 1.3.2018.

Im Bild unten die von Christoph Haus vorgeschlagen Geehrte Diana Haas.
Diesmal berichtete sie selbst wie sie, selbst Rock´n Roll-Tänzerin, dazu kam, als Neu-Frankenbacherin für die Jugend ein Rock´n Roll-Training anzubieten.
Mit ihren Rock´n Roll-Kids hat sie Biebertal überregional im Formationstanz bekannt gemacht, mit Deutschen Meisterschaften, der Teilnahme an den Europameisterschaften in Polen, wie auch bei den Weltmeisterschaften in Tschechien.
Zudem ist die gelernte Buchhalterin in einigen Vereinen im Vorstand aktiv.

Oben die Anstecknadel, die den Geehrten als sichtbares Zeichen des Respekts und des Dankes ans Revers oder den Pulli gesteckt wurde.

Thomas Scherer II. konnte heute nicht persönlich anwesend sein. Für ihn nahm Marie Luise Sonneborn, Ortsvorsteherin in Königsberg, die Urkunde stellvertretend entgegen.
Sie berichtete wie er sich insbesondere um die Natur, die Vögel, Fledermäuse, Bienen usw. kümmere. Auch er sei ein unermüdlicher Macher.

Für Gerhard Öhler hielt Gottfried Tschöp die Laudatio, wobei er immer zur Stelle sei und ein wichtiger Treiber des Glasfasernetzausbaues in Krumbach, im Heimat- und Kulturverein, bei der 750 Jahrfeier usw. wirke er an der Integration im Ort. Auch Frau Ortmann betonte, wenn sie Informationen zu Krumbach benötige: Gerhard Öhler!

Sonja Kraft (Bild li.), von Hildegard Zimmer vorgeschlagen, ist auch so ein Tausendsassa mit vielen Aufgaben und Ideen. Sie engagiert sich in der Initiative Nachhaltiges Gleiberger Land, im Gewerbeverein, bei der Initiative Vielfalt und Demokratier usw.

Dieter Scholz (Bild re.) rettete die Gemeindebücherei in der Schule in Rodheim, bot viele Jahre PC-Lehrgänge für Senioren an, so berichtete es sein Laudator und Nachfolger im Vorstand des Fördervereins Bücherei Biebertal Jochen Pellatz.

Inge Lehrer, falls mein Handy den Namen nicht selbständig „besser wusste“, vom Dünsberg Verein sowie im Deutsch-Französischen Verein konnte heute auch nicht da sein. Ihr wird die Urkunde an anderer Stelle überreicht werden.

Damit war er der letzte in der Reihe der 12 die heute stellvertretend geehrt wurden.

Die nächste Urkunde bekam Klaus Erwin Schmidt für seine umfassende Arbeit rund um das Rodheimer Heimatmuseum, seine Ausstellungen wie auch die Restaurationsarbeiten, wie es sein Laudator Klaus Rüspeler beschrieb.

Das musikalische Rahmenprogramm gestaltete Valeriy Andryeyev aus der Ukraine mit seiner E-Gitarre und drei Liedern: einem englischen Text und zwei ukrainischen – über die Liebe und eines über die Schönheit der Landschaft um Lwiw, seiner Heimat, die er vor 4 Jahren mit seiner Familie verlassen hat.
In Deutschland landete er sofort in Biebertal und studiert nun in Gießen Wirtschaft, denn derartiges Wissen wird seine Heimat nach dem Krieg dort brauchen.
Bei uns wurde er 2024 im Rahmen des JugendEngagementPreises des Landkreises Gießen mit einem Sonderpreis für soziales Engagement ausgezeichnet.
Er gründete und leitet in Gießen eine Jugendgruppe zur kulturellen Begegnung, organisiert Spieleabende und Konzerte sowie Schauspielkurse.

Zum Abschluss lud die Bürgermeisterin zum Bleiben und Plaudern sowie einem Imbiss ein, der vom Restaurant La Vinia vorbereitet worden war.

Beitragsbild: Klaus Waldschmidt
Fotos + Video: Lindemann + Ch. Haus

Nebenstehend noch ein kurzer Gesangseindruck in Ukrainischer Sprache.

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